Der Coming of Age-Film, der mich zum weinen brachte

Dies ist eins der seltenen Fotos von meinem Achte-Klasse-Ich.

Eighth Grade ist ein Film über das Leben. Eigentlich nur über das Leben einer 14-jährigen Teenagerin in der achten Klasse, die die amerikanische Middle School verlässt und auf der High School einen neuen Lebensabschnitt beginnt. Aber für mich hat dieser Film auch über mein Leben erzählt und das liegt nicht (nur) daran, dass ich immer noch erwachsen werde (ich habe einen Pulli, der das bestätigt!). Ich habe an mehreren Stellen geweint und normalerweise bin ich nicht nah am Wasser gebaut (Edit: Solange es keine dramatischen Sterbeszenen gibt).

Es geht nicht nur um das Erwachsen Werden, es geht um Beziehungen zu seinen Eltern, zu Freunden, zu Fremden. Es geht darum man selbst zu sein und im Moment zu leben, Veränderungen anzunehmen und wertzuschätzen. Und es geht darum, wer man sein will und wer man sein kann, egal in welchem Alter. Also vielleicht doch alles Facetten des Erwachsen Werdens? Ich weiß nicht, wann ist man denn je erwachsen?

Wandel ist die Einzige Konstante – Heraklit

Der Film ist ehrlich. Die Figuren wirken so echt, weil sie alltäglich sind, nicht geschönt, die Handlung nicht künstlich aufgeplustert. Das Geschehen könnte deiner Cousine oder Nichte drüben in den Staaten passieren und sie schickt dir gerade ihren Vlog, den sie während der Ereignisse aufgenommen hat. Genauso fühlt sich der Film an, nur dass du nicht die Tante oder der Cousin bist, sondern auf einmal die Hauptperson selbst.

Dabei musste ich auch ein paar Mal Kayla, so heißt die Achtklässlerin übrigens, anschreien, sie solle sich nichts aus den anderen machen oder nicht sauer auf ihren Vater sein, er will nur das Beste für dich! Eine der berührendsten Szenen war genau die zwischen Kayla und ihrem Vater, in der sie ihn fragt, ob sie eine Enttäuschung für ihn wäre. Und was er antwortet, hat meine Mama mir mal ziemlich genau so gesagt, auch wenn ich eine etwas andere Frage gestellt habe. Ich bin immer noch dankbar dafür und jede Mama und jeder Papa und jeder Sohn und jede Tochter (und nicht binäre Kinder und Eltern) werden genauso flennen wie ich, als ich das gesehen habe und jetzt gerade wieder.

Als ebenfalls introvertierte Person, wie Kayla eine ist, habe ich mich in vielen Situationen wiedererkannt, die mit einer gewissen Social Anxiety zu tun hatten. Viele Erfahrungen, die sie in der achten Klasse macht, habe ich erst viel später gemacht, wieder andere mache ich gerade immer noch und arbeite stetig daran sie zu überwinden und anzunehmen. Ich denke, es ist für jeden zumindest eine gute Erinnerung, dass man mit solchen Problemen nicht allein ist.

Und zu guter Letzt bin ich überglücklich, dass endlich mal jemand eine Lanze für die schüchternen, wundervollen Menschen da draußen bricht! Wenn ich höre, wie Heidi ihren Määädels sagt: „Niemand wird dich anschauen und dich für deine Schüchternheit beneiden. Sie wollen dein Selbstbewusstsein sehen und deine Power!“ Dann möchte ich sie anschreien, dass Schüchternheit (oder Zurückhaltung oder die Unfähigkeit Witze zu reißen oder nicht redegewandt zu sein) keine schlechten Eigenschaften sind, die man sich bemühen sollte abzulegen. Es sind Eigenschaften. Punkt. Und Selbstbewusstsein ist wichtig, ja, wenn es bedeutet, dass du dir deiner Selbst bewusst bist und dieses auch nach außen hin zeigst. Denn das fühlt sich deutlich besser an, als wenn man die ganze Zeit denkt, sich verstecken oder verstellen zu müssen. Und dass man von anderen für seine Charaktereigenschaften beneidet wird, sollte ohnehin kein Lebensziel von irgendwem sein.

Seid einfach ihr selbst, denn alle anderen gibt’s doch schon.

Den Film gibt es übrigens auf Netflix (keine bezahlte Werbung).

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Migraene Muraene

#MenschenMitMigräneSindKämpfer

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